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HALLO - ich bin HEIDI AGNES,
geb. 1940 in Berlin-Zehlendorf
1964-1992
55 Jahre Ehe mit Klaus-Peter
1964 Juni: Meine Arbeitskollegin Annelore im Architekturbüro am Reekamp in Hamburg-Langenhorn lud mich (24) zur Party bei ihr zuhause ein und bei ihren beiden kleinen Brüdern dürfe mein Sohn R. (4) übernachten. Ich freute mich, mal wieder ausgelassen zu tanzen.
Überrascht war ich, dass Annelore auch ihren ehemaligen Mitschüler und somit meinen früheren Tanzpartner Klaus-Peter E. eingeladen hatte.
Auf dem Weg mit R. zur Party fing mein Wahlstedter Freund und Zeitsoldat Wolfgang (22) uns ab. Er studierte nun in Düsseldorf Programmieren, besuchte uns wochenends. Gemeinsam in seinem VW fuhren wir Drei zur Party.
Mein Tanzen mit Klaus-Peter beobachtete Wolfgang furchtbar eifersüchtig und betrank sich schwer. Ich schämte mich für ihn in Grund und Boden, machte noch am gleichen Abend Schluss mit ihm - es ärgerte mich ohnehin schon viel zu lange, dass er immer wieder äußerte: Ich will niemals Opa werden.
(Anmerkung: Sein Freund R. aus der Soldatenzeit heiratete 1966 meine Schwester).
Drei Tage später überraschte mich Klaus-Peter abends frech grinsend vor meiner Bürotür stehend mit seiner Frage: Wollen wir Beide wieder zur Tanzschule Wendt gehen? Ich antwortete: JA. Schließlich verliebten wir uns ineinander, holten abends gemeinsam meinen Sohn R. von der Kita Tannenweg ab - nahe der Miet-Wohnung, wo Klaus-Peter bei seinen Eltern wohnte.
Mein Arbeitgeber kündigte mir wegen schlechter Auftragslage - in seiner Mietwohnung am Reekamp wohnen bleiben durfte ich noch.
Juli: Das Arbeitsamt vermittelte mich als Stenokontoristin zum Bauunternehmen Kriegeris, Spaldingstraße - brutto 800 DMark - und ich konnte mit meinem Sohn R. im Oktober deren renovierte 1-Zimmer-Werkswohnung mit Kochnische und Duschbad in Hamm, Eiffestraße, beziehen. Auf dem 2-Platten-Herd kochte ich jeden 2. Tag Wäsche im Zinkkessel - Abholung (wie früher bei Mutter) von Wäschefirma Boco oder Tesdorp mit Pferd und Wagen konnte ich mir finanziell nicht leisten.
Wir frühstückten Vollkornhaferbrei, tranken heiße Milch mit Nesquick-Kakao, brachte R. zur Kita Stoltenpark, Wendenstraße, war 8 Uhr im Büro Kriegeris.
Mittags aß ich Quarkstullen, Obst und machte Einkäufe bei 'Produktion' Berliner Tor, dem ersten Hamburger Selbstbedienungsladen.
Konnte mich Klaus-Peter mit seinem Fiat 600 nicht abholen, fuhr ich mit R. Straßenbahn zur Innenstadt kaufte Spielzeug, Kleidung. Jahre später sagte R. zu mir: Kaufhaustouren fand ich immer langweilig.
Meine wöchentlichen 7,50 DMark Firmen-Essenmarken ließ ich von Mutter einlösen beim Schlachter Mönckebergstraße gegen ihre sonnabendliche Vormittagsbetreuung von R., indes meine Schulfreundin und ich den VHS-Kurs Aktzeichnen im Museum für Kunst und Gewerbe besuchten.
Hinterher in der Milchbar Hauptbahnhof trafen wir unsere Liebsten. Mein Klaus-Peter fuhr uns dann mit seinem Fiat 600 in die Blumenau zu meiner Mutter.
1964 Herbst: Nach seiner Lehrzeit bei HEW begann Klaus-Peter (21) das 3-jährige Studium Elektrotechnik Starkstrom an der Fachhochschule Berliner Tor.
Ich besuchte sechs Monate 1 x wöchentlich abends einen Nähkurs an der Meisterschule für Mode, Armgartstraße. Mutter fuhr mich mit ihrem Auto (DKW) hin und zurück. Während meiner zweistündigen Abwesenheit schaute mein verwitweter Nachbar und Kollege oder seine 16jährige Tochter nach meinem Sohn R. (fast 5), lasen ihm Pinoccio vor.
1965 April: Die Eltern von Klaus-Peter (22) luden mich (25) und R. (5) zum 16ten Geburtstag ihrer Tochter ein.
Die Mutter sagte mir: Klaus-Peter hat nichts und ist nichts. Sein Vater dagegen: Ihr Beiden passt prima zusammen.
Deutschland litt 1964-67 unter der Rezession. Um einen Behördenauftrag konkurrierten 29 Bauunternehmen. Firma Kriegeris entließ mich zum 30. Juni und zum Jahresende fast alle Bauführer. Mein Vorgesetzter: Gehen Sie als Sekretärin in einen möglichst großen Betrieb.
Juli: Bei der Zeitarbeitsfirma ADIA wurde ich für 1 Jahr verpflichtet und ausgeliehen an ein Wandsbeker Ing.-Büro.
2 Wochen später kam ich unter beim Otto Versand als Festangestellte im Chefsekretariat Werner Otto Vermögensverwaltung G.m.b.H., Altbauvilla Blumenau 15, gegen Konventionalstrafe an ADIA.
August: Die WOV erlaubte mir meinen gebuchten Jahresurlaub zu nehmen - drei Wochen Kellenhusen/Ostsee mit R. (5) und Klaus-Peter (22) - dies in verschiedenen Unterkünften. Für die Fahrt hin und zurück verstärkte er seinen am Bodenblech durchgerosteten Fiat 600 mit einem T-Träger. Nach unserer Reise nicht mehr TÜV-fähig, musste sein 12 Jahre altes Auto auf den Schrottplatz Kiesow, Norderstedt.
November: Durch Einsatz meines WOV-Kollegen Thelen beim Hausmakler Volckerts konnte ich zur Monatsmiete von 172 DMark ex. die 2 1/2-Zi.-Wohnung im 2. Stock des Mietshauses Sentastraße (Bj. 59) beziehen - Balkon, Vollbad, Keller, Waschmaschinennutzung mit Münzautomat auf dem Trockenboden.
Nun zur Einschulung 1966 hatte mein Sohn R. (6) sein eigenes Zimmer.
Da mein Vormieter die 10000 DMark verlorenen Baukostenzuschuss nur halb abwohnte, musste ich 5000 DMark aufbringen.
Mutter gab mir kein Geld - auch die Hamburger Sparcasse nicht, da meine Schwester unsere Autokauf-Raten seit 1 Jahr nur unregelmäßig zahlte, ich aber seit März 1963, weil sie noch nicht volljährig war, dafür bürgen musste.
Kreditwürdig wurde ich durch polizeiliches Führungszeugnis und Arbeitsbescheinigung.
Klaus-Peter lieh mir 600 DMark für Kauf gebrauchtes Birnbaum-Schlafzimmers und mein ehemaliger Altonaer Bauamtskollege (Amtmann), 1000 DMark für neue Polstergarnitur.
Von meinem Monatsgehalt netto 680,84 DMark plus 95 DMark Kindesunterhalt plus 26 DMark staatlichem Wohngeldzuschuss verblieben mir abzüglich Kita, Miete, Heizung, Strom, Rundfunk, Telefon, Pflegemittel, Fahrgeld, Zeitung, Versicherungen, Darlehensraten 204,21 DMark für Essen, Kleidung etc. - Giro-Dispo gab es damals nicht.
Ich schnitt uns die Haare, kaufte Garderobe im Personalbord Otto Versand und Lebensmittel im ersten Hamburger Aldi gegenüber U-Bahnhof Dehnhaide. Meine über mir wohnende Nachbarin strickte aus aufgeribbelter Wolle ihrer alten Pullover neue für meinen Sohn R. (5).
1966 Februar: Sechs Wochen Verschickung R. (6) nach Bad Salzuflen durch meinen Hausarzt - Einschulung April, weil die nächste Herbst 1967.
Lt. Hamburger Abkommen der Kultusministerkonferenz in 1964 wurde die Verlegung des Schuljahrsbeginns vom Oster- auf den Sommertermin vorgenommen. Die Umstellung wurde durch die Einrichtung von 2 Kurzschuljahren (April bis November 1966, Dezember bis Sommer 1967) bewerkstelligt. Bis 1976 existierten in West-Berlin 2 Schuljahre nebeneinander. 1966 erfolgte die letzte Ostereinschulung.(Bis 1970 sonnabends Schulunterricht).
Mai zog der OTTO VERSAND mit der WOV um in den klimatisierten Verwaltungsneubau Bramfeld.
Hier vor der Fensterfront in einem der großen Büroräume im Staffelgeschoss schrieben meine Kollegin und ich für unsere Vorgesetzten oft bis 19 Uhr an IBM-Kugelkopf-Maschinen Statistiken, Verträge, Phonodiktate, bedienten Tastatur-Telefone, fotokopierten.
Morgens brachte ich meinen Sohn R. (6) zur Kita Hochbahnschleife - von dort ging er zur Grundschule Meerweinstraße, ich zum Busbahnhof. Konnte Klaus-Peter ihn nicht abholen, tat dies um 18 Uhr Kita-Schluss gegen mein Entgelt von 3 DMark die Hauswarts-Tochter K., brachte ihn zu meiner verwitweten Wohnungsnachbarin.
Sommer: Als ich auf rechtmäßig monatliche 105 DMark Kindesunterhalt für R. klagte, verschwand Jonny - mein von mir 1961 geschiedener Ehemann (27) - unauffindbar in Kanada.
Die WOV erlaubte mir die Einschaltung ihrer Auskunftei wegen des Aufenthaltes seiner ehemaligen Freundin, die - wie ich bereits wusste - 1964 einen Sohn von ihm bekam. Die junge Dame entschuldigte sich bei mir schriftlich und sagte am Telefon, sie sei jetzt verheiratet. Von Jonny habe sie sich schon lange getrennt und habe nur hin und wieder 10 DMark Alimente bekommen und seit einiger Zeit nichts. Wir ließen ihn suchen über die Einwanderungsbehörde - Botschaft Republik Kanada - ohne Ergebnis.
Klaus-Peter dazu: Lass man, das schaffen wir auch alleine. Später soll dein Sohn den gleichen Nachnamen tragen wie wir, sein Vater kümmert sich ja überhaupt nicht um ihn.
Juni: Klaus-Peter verließ sein Elternhaus und mietete für 60 DMark am Mühlenkamp ein Zimmer, bekam von den Eltern die monatlichen 40 DMark staatliches Kindergeld, jobbte in den Semesterferien bei AEG-Schiffbau im Konstruktionsbüro und verdiente nebenbei Geld mit Malen und Tapezieren bei seiner Wirtin.
Er aß bei mir zu Abend und verabschiedete um 22 Uhr, weil man mir sonst als Unverheiratete die Wohnung gekündigt hätte.
Internet:
Rechtlich war durch das Kuppeleigesetz geregelt, dass unverheiratete Paare keine Räumlichkeiten zur Übernachtung - sei es durch Anmietung einer eigenen Wohnung oder Hotelzimmers erhielten.
In den Sommerferien blieben wir in Hamburg. Mein Sohn R. (6) besuchte tagsüber für 3 Wochen das Schullandheim Ohlstedt oder fuhr mit seinem neuen Puky-Ballonroller durch den Barmbeker Schleidenpark.
Ansonsten machten wir Drei Ausflüge zum Stadtpark und zur Elbe oder nahmen den Alsterdampfer ab Saarlandstraße zur Innenstadt - diese Linie wurde 1984 eingestellt. Auf der Oberalster paddelten wir mit dem 90 Jahre alten Familien-Kanu von Klaus-Peter.
1967 Frühling: Ich ließ Klaus-Peter bei mir einziehen, kritisch beäugt von meinen Nachbarn.
Ostern: Ich besuchte mit Mutter und R. (7) in Wannsee ihre Freundinnen in der Paetzower Straße während Klaus-Peter in Berlin-Mitte 4 Tage mit Kommilitonen weilte. Er besuchte uns am Wochenende in der Villa und durfte übernachten, da keine Bahn mehr fuhr - allein im Turmzimmer.
Sommer: Für seinen Lebensunterhalt jobbte Klaus-Peter in den Semesterferien als Praktikant bei AEG, versorgte in meiner Wohnung unsere 10 Hamster, während ich auf Wanderurlaub am Titisee war mit meinem R. (7) und einem befreundeten Bauamtskollegen (70) vom Rathaus Altona.
Nach meiner Reise verlobten Klaus-Peter und ich uns.
Dezember: Unsere Hochzeit und Trauung in der Heiligengeistkirche Alt-Barmbek.
Essen mit Verwandten im 'Landhaus Walter' Stadtpark, dann Kaffee mit Hochzeitstorte und selbstgemachtem Abendbuffet in meiner Wohnung Brambek, Sentastraße.
Als Verheiratete konnte ich nun die Anti-Baby-Pillen 'Aconcen' bekommen. (1970 vom Markt genommen).
1968 Januar: Klaus-Peter wurde nach 3-jährigem Elektrotechnik-Studium - Fachrichtung Starkstrom HAW Berliner Tor - bei AEG Schiffbau Hamburg, Steinhöft als Diplom-Ingenieur im Konstruktionsbüro eingestellt.
Sommer: Mein Sohn R.(8) - 6-wöchige BfA-Kur Allgäu, mein Mann und ich - 3 Wochen Hochzeitsreise Wanderurlaub Schwarzwald.
Ich sollte nur noch vormittags berufstätig sein, mich nachmittags R. (8) widmen, weil er nach 2 Jahren das Gymnasium besuchen wird.
Ich nahm R. aus der Kita, kündigte bei WOV, denn mein Vorgesetzter meinte: Eine qualifizierte Sekretärin arbeitet ganztags. Halbtags geht bei uns nicht.
Herbst: Halbtagsstelle Versicherung Mönckebergstraße, Stenokontoristin, 450 DMark brutto.
13 Uhr zuhause, kochte und buk ich, bis mein Sohn R. aus der Schule kam. Wir aßen gemeinsam - dann fuhr er mit der U-Bahn zum Institut Jessel, Sierichstraße, wo er bis Jahresende am Schularbeitszirkel teilnahm. Ich fuhr abends zum DAG-Sekretärinnen-Kurs in der Dorotheenstraße.
Dezember: Ich las im Iduna-Hochhaus Millerntor (gesprengt 19.02.1995 wegen Asbest) an der Tür meiner Krankenkasse im 22. Stock: Phonotypistin für vormittags gesucht, stellte ich mich vor und bekam den Job, 450 DMark brutto.
1969: Für den DAK-Leiter schrieb ich Phonodiktate, füllte für Sachbearbeiter Formulare aus. Die Telefonistin wurde meine Freundin. Ihre Mutter, FDP-Sekretärin, schenkte mir ihre abgelegte chice Garderobe, Größe 38.
Pfingsten: Nach seiner Klassenreise bestaunte mein R. (9) in seinem Zimmer den Aufbau der H0-Fleischmann-Eisenbahn-Anlage, mit der Klaus-Peter als Kind spielte. Und ich verriet ihm, dass er Weihnachten eine Schwester oder ein Brüderchen bekommen würde.
Sommerferien: Wir Drei machten Wanderurlaub im Schwarzwald.
Im benachbarten Grundstück unserer Ü/F-Pension begrüßte uns stets ein gezähmter Rabe mit 'guten Abend'.
In der 2. Woche schoben mich bei Mittagshitze Klaus-Peter und Sohn auf den 1200 Meter hohen Kandel. Abends fanden wir in der Pension einen Zettel, ich solle meinen Schwager anrufen. Er teilte uns mit, dass meine Oma (väterlicherseits) nicht mehr lebt und dass er meine Schwester und meine - seit März auch in Süddeutschland wohnende - Mutter nicht erreichen könne, da Beide verreist seien.
1 Woche später Urlaubsende besuchte ich das Grab meiner Oma (84). Zuvor um die Beerdigung kümmerten sich Freundinnen von Oma, die mit ihr 1945 aus Königsberg flüchteten. Ich traf sie im Altenheim Rahlstedt 'Am Ohlendorffturm', wo sie einiges aus Omas Hinterlassenschaft mitnahmen.
Klaus-Peter lieh einen VW-Transporter - wir hatten kein Auto - und fuhr die von Oma einst in Hamburg ersteigerten Möbel zur Heiligengeist-Kirche in Barmbek.
Oma hatte uns enterbt. Meine Schwester und meine Mutter schalteten einen Anwalt ein, der unsern Pflichtteil einklagte - Geld und Schmuck.
Dezember: Klaus-Peter und ich schlossen einen Bausparvertrag ab.
Wir kauften einen Fernseher, schwarz-weiß, konnten nun endlich Shiloh Ranch und andere beliebte Sendungen meines Sohnes R. sehen.
Heiligabend kam unsere Tochter Ch. um 02:10 Uhr zur Welt, 3750 g, 53 cm groß - blaugrüne Augen, langes dichtes Haar,
Horoskop:
deutsch Steinbock, Aszendent Waage, Medium Coeli Krebs, Jahresregent Venus - chinesisch: Hahn.
(Mit 11 Monaten lief unsere Ch. freihändig, mit 1 1/2 Jahren brauchte sie keine Windeln mehr, 1974-78 trug sie eine Brille, 1979-83 eine Zahnspange).
1970: Klaus-Peter wechselte vom AEG-Konstruktionsbüro zur HEW City-Nord Anlagenbau, adoptierte über das Vormundschaftsgericht meinen Gymnasium besuchenden Sohn R. (10) aus meiner geschiedenen Ehe mit Jonny.
Meine Mutter riet mir, ich solle R. zur Gesamtschule Alter Teichweg schicken, aber der Vater von Klaus-Peter entgegnete: Nein, weil Schulversuch, kein Klassenverband!
April: Zu meinem 30sten Geburtstag schenkte mir Klaus-Peter einen Plattenspieler. Wir konnten nun Jazz-, Reinhard Mey- und Kinder-Lieder hören.
Ab Mai: Versicherungsfrei für 6 DMark die Stunde schrieb ich werktags von 18-21 Uhr Phonodiktate in einer Oelfeuerungsgesellschaft - 20 Min. Fußweg.
Spätsommer: Man empfahl mir (174 cm, 55 kg) eine 3-monatige Ausbildung zum Mannequin und Fotomodell - 2 x wöchentlich vormittags Agentur Uhlenhorst. Indes betreute meine Nachbarin unsere Tochter Ch. Das Arbeitsamt, Künstleragentur, vermittelte mir Foto-Termine nur bis Herbst 1971, denn ich erwartete im Mai 1972 meinen Sohn St., unser 3. Kind.
1971 Sommer: 3 Wochen verbrachten wir Vier am Dachstein in Gosau/Österreich.
Im VP-Hotel traf ich zufällig auf Bekannte aus der Straße Hagenau in Hamburg-Eilbek. Deren Tochter (12) verabscheute mein Sohn R. (11).
Er lernte nach dem Urlaub Radfahren, fuhr zum Schwimmunterricht HSC e.V. im Bartholomäus-Bad Barmbek.
1972 März: Ich gehe in den Mutterschutz, bin dann 2 1/2 Jahre Nur-Hausfrau.
Mitte Mai: Um 10:55 Uhr erblickte unser Sohn St. das Licht der Welt, 4250 g schwer, 56 cm groß - hellblaue Augen, langes dichtes Haar,
Horoskop:
deutsch Stier, Aszendent Löwe, Medium Coeli Löwe, Jahresregent Saturn - chinesisch Ratte.
(Mit 10 Monaten lief St. an meiner Hand. Mit 2 Jahren trug er keine Windeln mehr, 1974-78 eine Brille, 1981-85 eine Zahnspange).
Klaus-Peter kaufte Anfang Mai von Bücher Libri für 1900 DMark Gebrauchtwagen Ford Transit mit Zwillingsreifen, baute daraus unser Campingmobil 'Brummi'.
Er entfernte die Metallwand zum Laderaum, verlegte PVC-Bodenbelag, tischlerte Schränke in die Dachrundungen und einen separaten WC-Raum, kaufte dafür Chemie-Klo, Handwaschbecken und für die Küchenzeile Gasherd, Spüle, Kühlschrank.
Ich nähte Gardinen, bezog 4 Polster mit Möbelstoff, die auf die Staukästen und den versenkbaren Esstisch gelegt werden konnten und somit unser Ehebett darstellten. Anfertigen ließen wir 1 Seitenfenster, 1 Fenster in die Hecktür, 1 Hubfenster ins Dach, dazu das 1,5 x 2,0 m Zelt als Windfang.
Über herausnehmbarem Fahrer- und Beifahrersitz konnte eine Spanplatte eingehängt werden als Bett für unsere Tochter. Mein Sohn R. (12) schlief auf einer Gartenliege.
Dann in Deutschland Rundfahrt - wir wohnten 3 Wochen am Vogelsberg in gemieteter Ferienwohnung.
Fortan campten wir Fünf 12 Jahre im Sommer 4 Wochen in Skiveren Jütland/Nordsee und wochenends in Sehlendorf/Ostsee, dies wegen Angelsport meines Sohnes R.
1973 Januar: Unser Umzug nach Hohenfelde, Ekhofstraße (Bj. 59). Die Hausverwaltung Sentastraße vermittelte mir die renovierungsbedürftige 3 1/2-Zimmer-Wohnung im 3. St. zur Monatsmiete 650 DMark ex.
Zehntausend DMark bekamen wir von meiner Schwester für unsere an sie übertragenen Bausparverträge.
Unsere Einrichtung gaben wir bei einer Möbelfirma in Zahlung gegen Neukauf Wohn, Schlafzimmer, rote Hornitex-Einbauküche. (Die Küche bauten wir 1978 ein in unser Reiheneigenheim).
Februar: meine Blinddarmreizung - 1 Woche Klinik Eilbek - ehemalige Nachbarin hütete unsere Kinder, bis mittags 12 Uhr Klaus-Peter von seiner Arbeitstelle HEW City Nord heimkam.
Schwiegermutter (64) war verhindert, besuchte einen Phonotypistinnen-Lehrgang.
März: Meine 4-Wochen-Mütterkur in Loheland/Rhön, Tochter (3 J.) und Sohn (10 Mon.) verschickt nach Timmendorf.
Mein Sohn R. (13 J.) 2 Frühjahrsferien-Wochen bei meiner Mutter in ihrem Appartement Benidorm/Spanien.
Mai: Ein unbewohnter Altbau, Ekhofstraße belagerten schräge Typen und Halbwüchsige unserer Straße bewachten jenes Dach 'mit Gewehr'. Nach 5 Wochen - MEK Zwangsräumung - alle anderen leerstehenden Häuser wurden Opfer der Abrissbirne. Ab nun rodelten wir im Winter runter zum Graumannsweg (heute 'Crowne Plaza Hotel') und blickten aus unsern rückwärtigen Fenstern auf Sonnenuntergänge über der Alster.
Sommer: Der Onkel von Klaus-Peter starb. Seiner verwitweten Tante halfen wir: Haushaltsauflösung, kleinere Wohnung mit Renovierung.
Herbst: Ich meldete meinen Sohn R. (13) vom Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek um zur 'Hegepenne', Eppendorf.
Spätherbst: Taufe unserer 3 Kinder (13, 3, 1) in St. Gertrud von Pastor Strege (gest. 2013).
Im Gemeindezentrum dort besuchten Klaus-Peter und ich den Square-Dance-Kurs. Unvergesslich sind mir die Gesprächsrunden in der Wohnung von Frau Strege.
1974: Unsere Tochter Ch. (4) meldete ich ab von der Nachmittags-Kita Kuhmühlenteich in die Vormittags-Kita Internat Haus Stegelmann, Armgartstraße.
(Gegenüber das große rote Eckhaus gehörte meinen Urgroßeltern.)
1 x wöchentlich 16-17 Uhr besuchte Ch. Ballettschule Dabelstein, Uhlenhorster Weg.
Mein Sohn R. (14) kündigte nach 4 Jahren sein Chorsingen im Michel und den Schwimmsport im HSC.
R. wollte auf meines Vaters Gitarre spielen ohne Unterricht, gab dies auf wie 1967 C-Blockflöte, lernte nun angeln.
August: Ich bin schwanger trotz Spirale, Abbruch September (gesetzliche Fristenlösung), bekam zur Verhütung eine 3-Monats-Spritze - blutete bis Weihnachten, kein Arzt konnte mir helfen.
Herbst: Ich nahm die vom Arbeitsamt angebotene Heimarbeit an - Schreiben von Phonodiktaten mit Prokura in Deutsch und Englisch für ein Seeregressbüro in Uhlenhorst, 3 x wöchentlich abholen und bringen.
20 Minuten Weg mit meinem Fahrrad - Stundenlohn 6, später 9, dann 12 DMark - versicherungsfrei bis September 1980.
Von diesen Einkünften bezahlte ich:
- die jährlichen 624 DMark vermögenswirksamen Leistungen auf unsere Bausparverträge
- für meinen Sohn R. Klassenreisen, Taschengeld, Nachhilfe, Kleidung, Karate- und Tanzkurs
- für unsere Tochter Ch. und unsern Sohn St. Secondhandsachen, Kita, Musik, Malen, Turnen, Ballett, Schwimmunterricht und Eintritt
- und ich kaufte Stoffe, nähte unsere Bekleidung selbst.
1975: Tausch großer Elternschlafraum gegen kleines Kinderzimmer von Tochter Ch. (5) und Sohn St. (3).
Beide besuchten die Kita Stegelmann, Armgartstraße werkstags 09-13 Uhr - (mtl. je 125 DMark).
Danach tummelten wir Drei uns in der 1973 eröffneten unseres Mietshauses gegenüberliegenden Schwimmoper. Beide machten dort 1975/1976 den Frei- und Fahrtenschwimmer.
Hinterher zuhause nach dem Essen ruhten sie immer eine Stunde.
17 Uhr kam Klaus-Peter heim, und wir saßen dann alle Fünf gemütlich im Wohnzimmer vor der breiten Fensterfront, tranken Tee und aßen meinen selbstgebackenen Kuchen.
Bis 1976 unterrichtete ich in der Kita mit staatlich geprüftem Unterrichtsmaterial 5-Jährige 1 x wöchentlich mit 1 Stunde Englisch.
Daran nahm unsere Tochter Ch. teil, außerdem am 2-stündigen Malen in der Elternschule Haus Wedell, Dammtor. Je 1 x wöchentlich besuchte unser Sohn St. 16-17 Uhr den Turnverein Klinikweg und 15-16 Uhr die staatliche Musikschule Harvestehuder Weg indes unsere Tochter Ch. in der Agnesstraße Musikunterricht nahm.
Dies alles verband ich immer mit schönen Ausflügen.
1976: Konfirmation meines Sohnes R. (16) in St. Gertrud - er besuchte Tanzschule Walter B. Mundsburg und Karateverein Berliner Tor, ließ sich zurückversetzen nach Klasse 10 im Gymnasium Hegestraße, weil Kurzschuljahr 1975.
Klaus-Peter und ich gaben den im Gemeindesaal St. Gertrud angeboteten Kurs 'Squaredance' auf gegen Standardtanz bei HEW-Betriebssport - Sohn R. (16) war indes Babysitter für seine Geschwister Ch. (6) und St. (4).
Ch. wurde im Herbst eingeschult zur Grundschule Ifflandstraße.
1977: Jugendmusikschul-Unterricht in St. Georg, Blockflöte C- und F-Barock für mich, Ch. (7) und St. (5). St. nahm zudem teil am Malunterricht 1 x wöchentlich vormittags in der Kunsthalle Hauptbahnhof bei Frau von Bassewitz.
Beide Kinder trainierten nachmittags im Bartholomäus-Bad Barmbek als aktive Mitglieder im Hamburger Schwimmclub von 1879 (HSC).
St. errang als Leistungsschwimmer in den Hamburger Jahrgangsmeisterschaften:
- 1981 im Brustschwimmen, Kraulen und Butterfly 3-maliger Hamburger Vizemeister drei Silbermedaillen.
- 1982 im Brustschwimmen und Kraulen 2-maliger Hamburger Vizemeister 2 Silbermedaillen.
Meine ehemalige Kollegin S. bezog mit Mann und beiden Kindern ein Reiheneigenheim im Alten Land - ich beneidete sie. Eines Tages fand ich im Briefkasten die Doppelhaus-Reklame eines Architekten, schickte diese dem Mann meiner Schulfreundin. Ihm erschienen die Kosten zu hoch - er las auf der Fahrt zu jener Baustelle ein Schild 'Neubau 121 Reihenhäuser im Wohnpark ...', erkundigte sich und hörte, dass fast alle Häuser verkauft seien, erwarb eines sofort und telefonierte mir sogleich, dass ein anderes Haus noch frei sei. So kamen wir 1978 jeweils zum Reiheneigenheim in Fertigbauweise mithilfe zuteilungsreifer Bausparverträge und langfristiger Hypothekenbelastung.
Klaus-Peter und ich brauchten Geld für Sonderwünsche. Darum schrieb ich außer Phonodiktaten fürs Seeregressbüro noch wöchentlich für 50 DMark die Post einer Architektin in Harvestehude und arbeite bis Dezember ganztags bei Bolle an der Kasse - Stundenlohn 6 DMark in Steuerklasse 6.
In der Rohbauphase ließen wir im Wohnzimmer einen Kamin einbauen, im Erdgeschoss eine Warmwasser-Fußbodenheizung, worauf mein Mann Travertin-Fliesen verlegte, gekauft in Barmbek, transportiert in unserm 'Brummi'-Campingmobil. Auf den Estrichboden aller Kellerräume legte er Heizdrähte, drüber braune Keramikfliesen.
1978: Keine Sommerferien-Reise.
Wir bezogen unser Reiheneigenheim, transportierten unsere Möbel mithilfe Klaus-Peters hilfsbereiter Kollegen mit geliehenem Kleinlaster und 'Brummi'.
Gardinen nähte ich, schrieb weiterhin auf Honorarbasis Phonodiktate.
St. (6) wurde ein- und Ch. (8) umgeschult in die Grundschule Poppenbüttler Stieg.
Mein Sohn R. (18) blieb in der 'Hegepenne' Eppendorf, fuhr weiterhin zum Karatesport-Verein Berliner Tor.
Ch. und St. trainierten als Leistungsschwimmer an 2 Nachmittagen im Ohlsdorf Bad und ich meldete beide in Uhlenhorst ab vom Ballett und Turnen.
Gelegentlich besuchten wir in Fuhlbüttel auf dem Heimweg meine ehemalige Altonaer Bauamtskollegin.
Den Blockflötenunterricht 1 x wöchentlich nachmittags behielten wir bei, fuhren auf Klapp-Fahrrädern nun durchs Alstertal nach Sasel.
1979 Sommer: Wir Fünf Dänemark-Urlaub auf Campingplatz Skiveren - danach Übergabe unseres 'Brummi' für 1900 DMark an eine Studenten-Kommune.
Klaus-Peter kaufte den 5,5m-Wohnwagen 'Hobby' (Bj. 78) mit neuem Vorzelt und den PkW Ford Granada coupé, silbergrau (Bj. 75) mit Anhängerkupplung.
Nach 15 Jahren ohne Fahrpraxis fuhr ich nun meine Aktentasche mit Phonodiktaten nicht mehr mit Bus und Bahn nach Uhlenhorst.
Und ich holte zusammen mit unserm Sohn St. (7) aus dem Tierheim Süderstraße einen bildschönen 'Münchener Boxer', 36 kg schwer. Dieser nun unser Familienhund ließ sich geduldig von Ch. und St. ankleiden mit Schlafanzug, Sonnenbrille oder Bikini. Fremde ließ unser Hund wedelnd in unser Haus, versperrte knurrend den Rückweg.
Reifenbeißen in anfahrende Autos, Fahrräder, Mofas konnten wir ihm nicht abgewöhnen, auch nicht Leinezerren, witterte er Rüden oder Leute mit Zigarette oder Alkoholfahne. Glatten Untergrund scheute er. Klaus-Peter musste ihn 2 Stockwerke zur Mietwohnung seiner Eltern hochtragen.
Als Kinder durften meine Schwester und ich nur Goldhamster halten, waren darum oft bei Opa, spielten mit seinem Hund auf seinem Grundstück, den Hühnern, Wellensittichen, Silberhaar-Kaninchen, weißen Tauben, Goldfischen im Gartenteich.
Mein Sohn R. hatte ab 1966 Wellensittiche, Hamster, Meerschweinchen, Webervögel und kümmerte sich 1971-73 um mein schwarzes Kaninchen.
1980: Unsere Tochter Ch. kam aufs Gymnasium - ich trat dem Elternrat und Elternchor bei - unser Sohn St. (8) zur dritten Klasse.
An wöchentlich 2 Abenden fuhr ich mit dem Auto nach Duvenstedt zum Aerobic und nach Rahlstedt zum Malen im Atelier JAK.
Mein Sohn R. (20) verließ mit Fachhochschulreife das Gymnasium Hegestraße, wurde zur Bundeswehr eingezogen, verpflichtrete sich für 2 Jahre.
Sein Zimmer im Dachgeschoss wurde Elternschlafraum. Im Treppenflur trennte Klaus-Peter 1 Raum ab mit Tür, flieste, baute Duschecke ein, Waschbecken, WC und im Dach 1 Velox-Fenster.
Das Vollbad und die 2 Räume im Obergeschoss nutzten fortan Tochter Ch. (10) und Sohn St. (8).
Herbst: Ich suchte Berufstätigkeit außer Haus, schrieb ab September auf 320-DMark-Basis vormittags im benachbarten Statiker-Büro - unser Boxerhund begleitete mich.
1981: Zur in der Schweiz lebenden Mutter meines geschiedenen Ehemannes Jonny pflegte ich stets Brief- und Telefon-Kontakt, damit mein Sohn R. (21) irgendwann seinen leiblichen seit 1966 in Kanada lebenden - 1968 wieder verheirateten - Vater kennenlernt und dessen 4 jüngeren Kinder.
Ich wurde informiert, dass seine Frau im Oktober 1981 zusammen mit ihrem jüngsten Sohn (4) bei einem Unfall im Auto verbrannte.
(Ab 2008 kontaktierte mein Sohn R. ihn und seine Familie.)
1982: Unser Sohn St. (10) kam auf Gymnasium Alstertal.
Mein Sohn R. (22) wollte fort vom Bund nach Totalschaden im November 1981 an seinem Fiat 600 (1979 mein Geschenk für 4000 DMark).
Ich schrieb für ihn Bewerbungen, er bekam eine Lehrstelle als Galvaniseur Klaus-Peter zahlte ihm bis 1985 die Miete der HEW-Werkswohnung - 2 Zimmer ohne Bad, in den WC-Raum baute mein Sohn eine Duschecke.
1982 November: Nach dem Blockflötenunterricht bei Frau Ba. in Sasel mit dem Granada bei roter Ampel Bramfelder Chaussee Ecke Berner Chaussee haltend, knallte mir eine Golf-Fahrerin ungebremst aufs Heck. Ihr Motorraum fing Feuer, das irgendjemand löschte, mein Wagen schob zwei Wagen über die Kreuzung.
Unser Sohn St. (10) hinter mir war halb unter meinen Sitz gerutscht - Rücksitzgurte gab es noch nicht - lange Lederstiefel schützten seine Beine. Polizei und Feuerwehr erlaubten mir die Weiterfahrt - so konnte ich noch meinem Sohn R. (22) seine Wäsche und Einkäufe bringen.
Anderntags ließ ich mich röntgen und bekam eine Halskrause verpasst, da mein Halswirbel einen Haarriss aufwies. Die Versicherung zahlte mir 1000 DMark Schmerzensgeld und einen Mietwagen.
Unsern Granada fuhr Klaus-Peter zu Kiesow in Norderstedt, kaufte einen weißen gebrauchten Ford Granada.
Meine freie Mitarbeit beim Statiker in der Nachbarschaft wurde mir zu Ende 1982 gekündigt.
Klaus-Peter war nun Alleinverdiener.
Ich gab das nach 26 Jahren das Rauchen auf, kündigte unsern seit 1977 wahrgenommenen Blockflöten-Unterricht der staatlichen Musikschule.
Privat lernte nun Tochter Ch. (12) Querflöte, Sohn St. (10) Klarinette und Saxophon. Beide fuhren mit dem Rad zum Unterricht.
1983: Seit Anfang 1970 nichts für meine Rente getan, fand ich im Herbst eine Halbtagsstelle in Volksdorf bei einer Versicherung als Phonotypistin (netto 400 DMark).
Ich meldete unsern Sohn St. (11) im Gymnasium Eppendorf an.
Hier musste er wegen 1. Fremdsprache Englisch die 5. Klasse wiederholen, denn im Gymnasium Alstertal wurde die 1. Fremdsprache Französisch gelehrt.
Ich kündigte den mit Tochter Ch. (13) und Sohn St. (11) seit 1981 besuchten Zeichen- und Seidenmal-Kurs im Atelier JAK, auch unsere seit 1977 bestehende Mitgliedschaft beim Hamburger Schwimmclub e.V., wo ich auf Wettkämpfen Leistungsprotokolle schrieb und auf Trainingsreisen Betreuerin war.
1984 Juli: Schwiegervater starb unerwartet.
Er war Rechtsanwalt, Soldat im Zweiten Weltkrieg in Russland am Ilmensee, setzte sich mit Kameraden nach Schweden ab, kehrte unverletzt heim, fand die Wohnung in Hamburg-Hamm zerstört, auch die seiner Eltern.
Seine Familie bekam ein Zimmer in Fuhlsbüttel, dann 1949 eine Mietwohnung in Langenhorn.
Diesen Haushalt lösten wir auf, holten Schwiegermutter in unser Reiheneigenheim, wo wir den Schlafraum im Dachgeschoss räumten und mit Bad ihr überließen.
Unsere Schlafzimmermöbel brachten wir in den großen Kellerraum, duschten in der von Klaus-Peter 1981 im Nebenraum installierten Sauna-Anlage.
Unsern kranken Boxerhund (11) mussten wir einschläfern lassen.
Sofort holten wir uns aus privatem Tierschutz in Seevetal eine Kleine Münsterländerin, braun-weiß (2).
Dezember: Ich ließ mich für 3 Wochen einladen von Jonnys Mutter V. in ihr kleines Haus in der Schweiz. Als ich nach Hamburg zurückkehrte, war die Mutter von Klaus-Peter gottlob in eine eigene Mietwohnung umgezogen.
1985 April: Konfirmation unserer Tochter Ch. (15) in St. Lukas Fuhlsbüttel.
Ich war 1/2 Jahr arbeitsunfähig mit meinem im Januar bei Glatteis zertrümmerten rechten Unterarm.
Ab Juli durfte ich die Phonodiktate der Versicherung zuhause schreiben. Musste ich vormittags zum Büro, gab ich unsere Hündin für 10 DMark in die Tierarztpraxis Saseler Markt, denn zuhause allein gelassen jaulte sie, was meine Nachbarn störte. Unsere Tochter Ch. erzog sie dann bis 1987 im Polizeischutzhundverein Poppenbüttler Weg. Klaus-Peter war dort ehrenamtlich Kassierer, half beim Clubhaus-Umbau mit und ich nähte die Gardinen.
1985 Sommer: Wir zogen unsern Camingwagen 'Hobby' aus der Lüneburger Heide nach Klein Waabs/Ostsee. Dort lernte meine Familie das Surfen. Unsere Tochter Ch. (15) gab bald auf - nahm lieber mit mir teil am Elternchor im Gymnasium Alstertal und ägyptischem Bauchtanzkurs bei Fifi, Hoheluftchaussee.
1985 Herbst: Über das Arbeitsamt bekam ich eine Sekretärinnen-Stelle nachmittags bei Luftfracht Flughafen Fuhlsbüttel (netto 400 DMark plus Essenmarken).
1986 Juli: noch 76-jährig starb Schwiegermutter.
Seit 1949 wohnte sie mit ihrer Familie in Langenhorn, hörte 1943 als 'Butenhamburgerin' die Flugzeuge der Engländer, während sie in der Klinik Bad Bevensen Klaus-Peter gebar - jener Brandbombenangriff, bei dem viele Hamburger ihr Leben verloren.
Ihr Mann kam unversehrt aus dem Krieg zurück.
1945 kam ein Mädchen zur Welt, starb 2-jährig an Diphterie, ihre 1947 geborene Tochter war nicht lebensfähig.
1949 wurde Fr. geboren - Schwester meines Ehemannes, die ich 1965 kennenlernte.
1986 Sommerferien: Unsere Tochter Ch. (16) erlebte ihre erste Flugreise - bezahlt von meinem Arbeitgeber.
Sie war eingeladen in die Schweiz zur Oma (66) meines Sohnes R. (26) aus meiner geschiedenen Ehe mit Jonny.
Mein Sohn R. bekam nach verkürzter Lehrzeit eine Festanstellung bei Lufthansa, zog mit seiner Freundin nach Barmbek, übernahm seine Wohn-Miete.
Die Beiden heirateten 2 Tage nach Jahreswende. Polterabend feierten wir im Clubheim Polizeischutzhundverein.
Ihre Ehe scheiterte im gleichen Jahr.
1987: Herbst: Am Vorabend meiner Entlassung aus dem Krankenhaus Finkenau (Hysterektomie-OP) verendete unsere Hündin in der Tierpension in Seevetal und Klaus-Peter wurde beim Zurücksetzen unseres Fords von einem Autofahrer gerammt - keine Verletzten. Andern Morgen holte mich ab mit gebraucht gekauftem weißen Opel Senator.
1988 April: Konfirmation unseres Sohnes St. in der Martin Luther Kirche Alsterdorf.
1988 Herbst: Mein Arbeitgeber rüstete um auf PCs. Da ich mir EDV-Kenntnisse privat aneignen sollte, ließ ich mich kündigen und über das Arbeitsamt weiterbilden:
Vier Monate EDV-Zusatzqualifikation: Institut für Betriebliche Schulung.
1 Monat Informationsseminar mit Eignungsprüfung: Schulungszentrum der ARGE für Berufliche und Persönliche Förderung
5 Monate Kaufmännisches Praxistraining: Deutsche Angestellten Akademie.
4 Monate Umschulung zur Bürokauffrau: Rackow-Schule.
2 Wochen sixty lessons in English Communication: Anglo School.
1989: Sehr gutes Abitur unserer Tochter Ch. (19) am Gymnasium Alstertal.
Ch. zog 1991 zuhause aus in eine Wohngemeinschaft, studierte an der Uni Jura, Ethnonogie, Psychologie.(Abschluss alle Fächer EINS mündlich und schriftlich).
1990: 1 Jahr arbeitslos und im April über 50 Jahre alt, subventionierte der Staat lt. Hamburger Modell 10 Monate 90 Prozent meines Gehaltes als EDV-Ganztags-Sekretärin bei einer Wirtschaftsprüfer-Sozietät in Eppendorf. Kolleginnen zeigten mir das Buchhaltungsprogramm DATEV (ganztags: Auszahlung 1700 DMark).
März: Unsere Tochter Ch. verunglückte mit ihrem Fiat 600.
Mai: Ich brauchte eine Auszeit, wohnte für 3 Wochen bei meinem Sohn R. (30). Aerobic-Kurs in Duvenstedt kündigte ich.
Zusammen mit Klaus-Peter wurde ich Mitglied im Fitnesscenter Robert-Koch-Straße (brannte 1991 aus - wir wechselten ins Fitness-Studio Mundsburg).
1991 Frühjahr: Auflösung der Wirtschaftsprüfer Sozietät - ein Steuerberaterbüro in Bramfeld übernahm mich (Gleitzeit ganztags, netto 1180 DMark).
1992: Abitur unseres Sohnes St. (20), wohnte dann mit Klassenkameraden in einer Eppendorfer WG, absolvierte den 9-monatigen Zivildienst, studierte dann Elektrotechnik und Informatik an HAW Berliner Tor mit Abschluss Bachelor.
1992 im Dezember: Unsere Silberne Hochzeit.
1993-2017 auf Seite 5 - Unsere Kinder sind flügge
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